Zwischen den Kulturen

Baden mit dem Papa – die Grenze zwischen Ost und West

21. Juni 2018

Familien prägen fürs Leben

Ja, Familien prägen uns alle von Ost bis West. An dieser Tatsache ändert sich nicht viel. Keine neue Info, aber eine die man sich immer wieder in den Geist rufen sollte, denn die Gemeinsamkeiten zu erkennen machen uns zu besseren Menschen. Wenn ich an meine Kindheit zurück denke, fallen mir viele Dinge ein. Die Pubertät habe ich gebraucht um meine Kindheit zu Verarbeiten. So wie jeder Mensch wahrscheinlich. Bestimmt gab es auch Momente, Verhaltensweisen die ich so nicht bei meinen Kindern machen würde. Das gehört auch teilweise zum „Abnabelungsprozess“. So schwelge ich ab und an in Erinnerungen. Ich schimpfe mit meinen Kindern und merke auf einmal das sind meine Eltern. Nichts reflektiert dich so wie deine eigenen Kinder. Ich sehe es aber nicht als eine schlechte Sache, sondern eher als etwas sehr wertvolles. In meiner ganzen Laufbahn als Mensch, Mutter, Künstlerin und auch Ehefrau, war der Glaube daran, immer das was mir auch in düsteren Zeiten Kraft gegeben hat und gibt. „Selbstreflektion“ to the fullest!

Zurück in die Kindheit

Ich erinnere mich an einige Szenen mit ca. 4 oder 5 Jahren, Zeiten in denen sich auch das Bewusstsein entwickelt, das man als kleines Mädchen sogar eine gewisse Ausstrahlungskraft auf das andere Geschlecht hat. Natürlich spielt man auch damit. Selbst bei älteren Cousins, Bekannten aus dem Familienkreis u.s.w. Es kann sogar vorkommen, das man sich in einen wesentlich älteren Cousin verliebt. Ich glaube auch das ist normal. Nur die Sache mit dem Finden der eigenen Sexualität war etwas schwierig und ist bis heute noch ein Tabuthema, das es wirklich zu durchbrechen gilt.. Nur ein Kind, das seine eigene Sexualität kennt, kann auch gut erkennen wann Nein gesagt werden muss. Es muss ja nicht überall sein, aber in einem geschützten Rahmen für sich selbst oder auch mit jemand im selben Alter finde ich es wertvoll. Ich glaube, an die Macht der Aufklärung, die Macht das Selbstbewusstsein zu stärken, damit die Kinder sich verteidigen können. Sogar gegen ihre Nächsten wenn es sein muss. Dazu gehört tatsächlich jeder im unmittelbaren Umfeld.
Auf der anderen Seite gibt es in unserem Kulturkreis doch schon viel Authorität, Grenzen im gesellschaftlichen Umgang mit Verwandtschaft und Co. Ich denke aber auch, ein Michael auf der Weihnachtsfeier hat sein Päckchen zu tragen, wenn es um bestimmte Verhaltensweisen geht. Gesellschaftliche Normen bestimmen unseren Alltag. Warum soll ein Kind von vier Jahren nicht wissen, das es verboten ist nackt in der Öffentlichkeit rum zulaufen? Sogar in Deutschland ist es strafbar.

Keine Räume schaffen für Übergriffe

Keine Räume schaffen für Übergriffe bedeutet, tatsächlich erst gar nicht die Gelegenheit zu jeglicher Art von Übergriffen zu bieten. Hier empfinde ich es als gesund ein Mittelmaß zu halten. Natürlich kann man darüber streiten, das durch manche Verhaltensarten ja sogar das Vertrauen zum Vater bzw. zum männlichen Geschlecht eher abgebaut wird. Am Ende ist es aber so, das hier tatsächlich die rote Linie bei der Erziehung zwischen Orient und Okzident verläuft.
Ich glaube, das es nicht nur eine türkische Sache ist, sondern das es sich bis nach Südostasien durchzieht. Muss man es auch ändern?
Hier will ich erst einmal einige klassische Beispiele nennen, die ich auch plausibel finde:
  • Kein Baden mit dem Papa, Opa, älteren Cousins
  • Im Schwimmbad gehen die Kinder eher mit der Mutter duschen
  • Ab einem gewissen Alter sitzen Kinder nicht mehr auf dem Schoß der Verwandtschaft
  • Die Kinder werden meistens von den Eltern auf das Klo gebracht, vorrangig die Mutter
  • Babysitten ist meist Frauensache

Wasser predigen Wein trinken

In der orientalischen Kultur gibt es natürlich auch sehr viele Missstände wie Kinderehen, Gewalt gegen Kinder, keine Frauenrechte, keine Kinderrechte gegen die es sich wirklich lohnt zu kämpfen.
„Erst wenn die Rechte der Frauen und Kinder gewahrt werden wie die Rechte des Kaptitals, wird es wahren Frieden geben.“
Deswegen ist es auch so wichtig sich in seiner Comunity zu bewegen, Dinge beim Namen zu nennen etc.

Misstrauen vs Vertrauen

Es gibt einfach manche Menschen, denen sieht man in die Augen und vertraut ihnen nicht. Es gibt Youtube Channel für Kinder bei denen man sofort merkt, das irgendwas nicht stimmt. Man merkt die kommen aus einem anderen „Milieu“ habe noch die Kameras aufgebaut und machen noch ein paar Kindervideos. Ich denke, dieser gottgegebene Instinkt hat auch seine Berechtigung. Ist das wirklich gleich Paranoid? Es ist in meinen Augen eher der Fakt, das man mehr Achtsamkeit für seine Umwelt hat. In der Steinzeit hat man auch jedes Lager erst einmal kontrolliert, in dem man verweilt hat.

Grenzen für Kinder zwischen den Kulturen

Das ist tatsächlich ein schwieriges Thema. Es ist ein Grauzone die für schwarz/weiß Sehende sehr schwer zu greifen ist. Wir sollten als Eltern zwischen den Kulturen aber immer versuchen Bei jeglicher Auseinandersetzung, Durchsetzung eigener Interessen versuchen einen friedlichen Weg zu wahren, mit einer guten Streitkultur. Zum Wohl unserer Kinder.
Eyvallah!