FamilienStories

Stillen, eine urige Sache

27. Mai 2018

Meine Erfahrungen beim Stilllen

Als ich 10 Jahre war, wurde meine jüngere Schwester geboren. Meine Mutter stillte sie ein halbes Jahr lang. Ich war so fasziniert davon und hätte am Liebsten damals selbst schon ein Kind gestillt. Also beobachtete ich immer völlig fasziniert meine Mutter.
22 Jahre vergingen und ich wurde das erste Mal selbst Mutter von einer wunderschönen, kleinen Tochter die mir aber schon beim ersten Anblick das Gefühl gab, das sie ein sehr starker Charakter werden wird.
Bevor sie auf die Welt kam, fragte uns die Hebamme, was für eine Tochter wir uns denn wünschen. Mein Mann und auch ich antworteten im selben Atemzug „Eine gesunde, selbstbewusste, junge Frau soll sie werden.“ Jetzt habe ich eine Pippi Langstrumpf 😀 auf die Welt gebracht.
Wie dem auch sei. Als ich sie direkt nach der Geburt anlegte, schnappte sie wie ein Schildkröte zu und es tat furchtbar weh. Die ersten 3 Wochen waren sehr schlimm. Wie oft wollte ich aufgeben. Jeglichen Glauben in mich als Frau hatte ich verloren. Zum Glück hatte ich eine gute Hebamme zur Nachsorge, die mir viele nützliche Tipps gab und mich motivierte weiter zu machen.

Unser erstes Kind liebte das Stillen.

Das Abstillen war wirklich schlimm für sie. Als unser zweites Kind auf die Welt kam, fragte sie immer wieder ob sie auch trinken darf. Ein halbes Jahr hielt ich es aus Nein zu sagen. Dann ließ ich mich doch weich klopfen und stillte auf einmal zwei Kinder. Stillte also Tandem. Das hielt ich genau ein halbes Jahr aus und stillte sie dann doch komplett ab. Es war mir einfach zuviel. Außerdem war es ein komisches Gefühl dieses riesige Kind immer noch an der Brust zu haben.

Unser zweites Kind wurde geboren.

Als ich ihn anlegte war es völlig schmerzfrei und recht kurzlebig. Ich hatte das Gefühl hier stillt jemand wirklich nur zur Nahrungsaufnahme. Er nahm sehr schnell zu und stillte sich auch selbst ab mit 14 Monaten. Als ich ihn bei der Geburt unseres dritten Kindes fragte, ob er nochmal stillen will, da er um mich rumgeschlichen ist, sagte er „Bäh.“Damit war dann auch das Stillen hier vorbei.

Unser drittes Kind wurde geboren.

Ebenfalls ein sehr süßer Kerl mit einem durchdringenden Blick. Bei ihm war das erste Stillen auch etwas schmerzhaft. Außerdem hatte ich bei ihm das Gefühl, als wäre seine Kiefermuskulatur noch nicht stark genug. Es dauerte immer etwas länger bis er schlussendlich andockte. Ihn stille ich immer noch.

Jedes Kind stillt anders, und man sieht schon beim ersten Anlegen die Wesenszüge.

Muttermilch, das Allheilmittel

Meine Mutter und ich saßen vor kurzem im Garten und ich erzählte ihr von der Bindehautentzündung unseres Kleinsten Zwerges. Sie meinte nur „mach ihm doch Muttermilch in die Augen. Es gibt nichts besseres als Muttermilch!“ Ich fragte sie, woher sie das weiß und sie erzählte mir, als Kind hatte sie oft Bindehautentzündung und ging immer zur Nachbarin um sich Muttermilch ins Auge träufeln zu lassen. Ich dachte nur so, krass…das habe ich doch auch in einem Buch gelesen…Hier bestätigt sich wieder für mich, was für ein altes Allheilmittel Muttermilch ist. Man muss aber nicht die Milch ins Auge spritzen, man kann auch eine Pipette kaufen und die Milch in einen Eierbecher füllen und mit der Pipette ins Auge träufeln.

Tips&Tricks die mir geholfen haben

Milchfördernde Maßnahmen für das Stillen aus meinen persönlichen Erfahrungen

Lecithinpulver
– Roiboostee
– Eistee mit Roiboos und Ananassaft
– Vanillemilch
– Vanillequark
und natürlich viel, viel Trinken. Ich habe überall eine Flasche Wasser stehen. Vor allem am Bett.

Bei Entzündungen der Brustwarzen

– Kompressen mit Schwarzem Tee. Hier kocht man schwarzen Tee, tunkt Wattepads ein und legt diese unter die Stilleinlagen.
– Olivenöl (Man träufelt etwas Olivenöl in die Stilleinlage, klappt sie einmal und legt sie an).
– Ringelblumensalbe
Bei unruhigem Stillen hat sich „das Hand auflegen“ bewährt. Man legt die Hand auf die Brust die man gerade stillt.So verdeckt man übrigens auch recht schnell die Brust, wenn man sich in der Öffentlichkeit doch nicht so wohl fühlt.

Still-BH’s

Eine tolle Geschichte, aber für mich haben sie sich nicht bewährt. Ich habe so einige ausprobiert. Irgendwie hatte ich aber immer das Gefühl, das mir entweder jeden Moment die Brüste herausspringen wenn ich etwas schneller gelaufen bin oder sie sahen einfach häßlich aus. Ich trage mittlerweile am liebsten etwas leichtere Sport-BH’s und ziehe diese bei Bedarf einfach runter.

Noch eine kleine Story die mich vor kurzem sehr gerührt hat…

ich saß in der Straßenbahn mit unserem ersten Kind stillte es gerade und lernte eine sehr junges Paar kennen, das auch gerade ein 3 Wochen alten Säugling bekommen hatte. Wir plauderten ich pries das Stillen und die junge Mutter erzählte mir, das Stillen wäre ein großes Problem. Das Baby würde nicht regelmäßig trinken. Es vergingen 2 1/2 Jahre wir trafen aufeinander und ich sprach wieder mit ihr über unsere Begegnung, das Stillen, wie es ihr denn heute geht. Sie erzählte mir, das unsere Begegnung ihr Kraft gab weiter zu machen. Ich hatte wirklich Tränen in den Augen…
Vielleicht konnte ich euch ein wenig mitgeben. Am Wichtigsten ist es aber seinen Weg zu finden, nicht zu schnell aufzugeben.

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