Zwischen den Kulturen

Weihnachten 

28. Dezember 2016

Wie schön waren die Zeiten, als ich gesellschaftlich nur „Türkin“ war, kein Migrationshintergrund, keine Pflicht Weihnachten zu feiern, eigentlich gar keine Verpflichtungen :D…Damals war es ok, wenn man gesagt hat „Ich bin Türkin“, es wurde gar nichts gefragt ausser “ trägt deine Mutter Kopftuch?“ Wenn man Nein gesagt hat, musste man gleich noch ein „meine Eltern sind sehr liberal“, dranhängen dann durfte man ein bißchen mitmachen und mit viel Glück gab es dann auch einen Schokonikolaus von der Mutter meiner Freunde. BINGO! Yippie! Oh doch, „feiert Ihr auch Weihnachten?“ wurde auch immer gefragt. Like a record!
Natürlich war es auch traurig in all dem Konsumweihnachtsgewitter kein Weihnachtsgeschenk zu bekommen. Alle gaben an, was sie tolles bekommen hatten. Ich erinnere mich auch an Diskussionen deswegen mit meinem Vater. Heute bin ich froh, das wir nicht mit auf dem Konsumpferd geritten sind. Warum muß man soviel schenken? Warum bekommen Kinder jedes Jahr mindestens zwei Bücher in denen das Thema Weihnachten bis ins letzte Detail thematisiert wird? Sie sind bestimmt auch schön, keine Frage aber trotzdem…Ich habe als Mutter keine Lust im Sommer Weihnachtsbücher zu schauen….unabhängig von meinem konfessionellen Background. Ich glaube, es geht nicht nur mir als Türkin so…(Sorry, aber das Wort Migrationshintergrund geht mir echt auf den Keks!)
Was irgendwie auch krass ist, die Kinder werden von Anfang an auf Schokolade getrimmt. Vor dem Essen darfst Du natürlich dein Täfelchen aus dem Adventskalender haben. Yeah, strike! Mein Bruder und ich hatten auch einen Schokoadventskalender aus dem Supermarkt, den wir aber grundsätzlich immer am 1. Advent schon weg gefuttert haben 😀 :D. Manchmal hat er meinen aber auch weg gefuttert. Genauso wie meine Schultüte. Aber das ist wieder einen neuen Blogbeitrag wert. „Brüder und Ihre Marotten“ :D.
Und was ist heute? Heute bin ich schon durch meine Tochter in der Pflicht Weihnachten zu feiern. Durch all die tollen Weihnachtsbücher, die sie schon bekommen hat und natürlich die Verwandtschaft väterlicherseit, durch meine engsten Freundinnen, bzw. Freundinnen meiner Tochter die alle deutsch sind. Es macht mir auch Spaß mir Gedanken zu machen, wie man Menschen Freude macht. Wenn es aber zwanghaft wird, geht bei mir gleich der Rebel in halbacht Stellung und pfeifft dem Christkind was. Sorry!
Dieses Jahr hatte ich keine Lust drei Tage in der Küche für Kekse und Co. zu stehen und habe unsere Tochter einfach Tassen und Schüsseln bemalen lassen. Beste Tochter der Welt! Sie war so fleissig und wollte ewig weiter malen. Alle haben sich darüber gefreut und ich dachte so „Perfekt, nächstes Jahr gibts Teller, dann haben sie in 5 Jahren ein ganzes Service!“ hehe :D. Kinderarbeit kann so effektiv sein. 😀 Gerade in der Weihnachtszeit, oder was denkt Ihr wer die ganzen kleinen Helfer vom Weihnachtsmann sind? Hallo, kleineeee Helfer!

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